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Der Landtag stellt fest, dass Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine das (wiederholt auch ausdrücklich) erklärte Ziel hat, die Ukraine als unabhängigen Staat zu beseitigen. Als Grundlage dient die Geschichtsfälschung, die der ukrainischen Nation die kulturelle Eigenständigkeit abspricht.


Der Landtag ist daher der Ansicht, dass für die Stärkung und das Überleben der Ukraine die Unterstützung ihrer kulturellen Identität existenziell ist.


Die Bayerische Staatsregierung wird deshalb aufgefordert, zu prüfen, ob im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel ein Programm zur Unterstützung der ukrainischen Kultur aufgelegt werden kann. Dabei sollen weiterhin in den staatlichen Kulturinstitutionen als Zeichen der Unterstützung die ukrainische Kultur hervorgehoben und ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern eine Basis für ihre Arbeit angeboten werden.


Die Ausgestaltung der Aktivitäten sollten dem weiteren Verlauf des Krieges laufend angepasst werden. Dabei kommen aus Sicht des Bayerischen Landtages folgende Schwerpunkte in Betracht, zu denen die Staatsregierung um Prüfung gebeten wird:



  • Die Vorbereitung einer intensiven Kooperation der bayerischen Denkmal­pflege mit ukrainischen Stellen. Denn der Krieg zerstört gerade auch viele historisch besonders wertvolle Gebäude.

  • Die Veranstaltung von -Tagen der ukrainischen Kultur-. Dabei sollen Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstlern aus der Ukraine eine Vielzahl von Möglichkeiten in ganz Bayern geboten werden, um die kulturelle Tradition ihres Landes genauso wie das eigene Schaffen vorzustellen.

  • Die Planung einer hochkarätigen Ausstellung zur ukrainischen Kunst, insbesondere zur ukrainischen Avantgarde und der ukrainischen Gegenwartskunst. Denn gerade an der Avantgarde, einem entscheidenden Entwicklungsschritt der modernen Kunst, wird deutlich wie dieser von Russland scheinbar selbstverständlich als -russisch- verstandene Aufbruch personell und ideell entscheidende Wurzeln in der Ukraine hat.


Darüber hinaus wird die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene nachdrücklich dafür einzusetzen, dass die Kulturstaatsministerin schnellstmöglich auf ähnlichen Feldern der ukraini­schen Regierung Förderung und Kooperation zusagt.


 


 



Der Freistaat Bayern hatte sich in seinem Partnerschaftsabkommen 1991 mit der unabhängigen Ukraine auch zur besonderen kulturellen Kooperation verpflichtet. Darauf aufbauend sollte jetzt neu ein verbindliches Signal der Bereitschaft zur intensiveren kulturellen Kooperation gegeben werden. Das hat in der jetzigen Situation noch kein Staat gemacht. Bayern sollte Vorreiter sein. Denn die ukrainische Seite lechzt nicht nur nach militärischer Unterstützung, die jetzt am dringlichsten ist. Sie sieht vielmehr klarer als die meisten westlichen Partner: Die Unterminierung der kulturellen Identität eines Staates ist die eigentliche Bedrohung seiner Fortexistenz. So wurde unbestreitbar von russischer Seite, persönlichen von Putin, seit Jahren die ideologische Grundlage für den Angriffskrieg damit vorbereitet, dass der ukrainischen Kultur entgegen der historischen Richtigkeit ihre Eigenständigkeit, ja Existenz und Existenzberechtigung abgesprochen wurde.


Die ukrainische Dichterin, Dramaturgin und Übersetzerin Lesja Ukraijinka (1871-1913) ist eine der zentralen kulturellen Identifikationsfiguren der Ukraine.

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