Aktuelles

15.07.2020 | Stimmkreisbüro
Pschierer: Kaufbeuren zählt zu den Gewinnern bei der Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung
„Überaus positiv für den Standort Kaufbeuren“, bewertet der örtliche Stimmkreisabgeordnete, Staatsminister a. D. Franz Josef Pschierer, die bislang bekannt gewordene Stoßrichtung der von der bayerischen Landwirtschafts-ministerin Michaela Kaniber angestrebten Neuausrichtung und Modernisierung der Landwirtschaftsverwaltung.
Im Ergebnis werden in Bayern mit der Reform, die ab dem 1. Oktober 2020 schrittweise umgesetzt wird, aus 47 Ämtern 32 größere Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) entstehen, wobei alle Ämterstandorte erhalten bleiben. Pschierer dazu: „Mit der neuen Struktur wird gewährleistet, dass der Bereich Landwirtschaft an jedem Amt in allen zukünftig wesentlichen Handlungsfeldern informiert, berät, bildet und fördert. Die Ämter sollen schlagkräftiger, einheitlicher und größer werden und künftig umfassender Ansprechpartner für alle wesentlichen Themen im Amtsgebiet sein.“

„Für den Standort Kaufbeuren ist die Entscheidung der Landwirtschaftsministerin eine gute Nachricht. Dort bleiben das AELF sowie die Landwirtschaftsschule nicht nur erhalten, sondern werden darüber hinaus noch massiv gestärkt“, betont Pschierer. Das AELF Kaufbeuren soll zum zentralen Ansprechpartner für alle Themen von Förderung, Gemeinwohlberatung (Gewässerschutz, Wildlebensraum, Tierwohl, Ökologischer Landbau), Alpwirtschaft, Beratung zur Unternehmensentwicklung und Diversifizierung, Ernährung und Alltagskompetenz bis hin zu Bildung und Hoheitsvollzug ausgebaut werden. „Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass die Landwirtschaftsschule in Kaufbeuren aufgrund der für 2022 vorgesehenen Schulschließung in Mindelheim ab dann von Studierenden aus dem Unterallgäu noch stärker nachgefragt und damit der Schulstandort Kaufbeuren zusätzlich gestärkt wird. In Summe bedeutet dies alles eine weitere Aufwertung des  ‚Grünen Zentrums‘ in Kaufbeuren, wo dann fachliche Kompetenzen noch effizienter gebündelt sein werden“, freut sich Pschierer. Er erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es richtig war, das erste „Grüne Zentrum“ in Schwaben in Kaufbeuren zu errichten. Dafür habe er sich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer massiv eingesetzt. „Ohne diese Standortentscheidung wären die Voraussetzungen jetzt wesentlich schlechter gewesen. Die Haltung des früheren Ostallgäuer Landrats Johann Fleschhut, dieses Zentrum auf dem Gebiet des Landkreises Ostallgäu anzusiedeln, wäre ein Riesenfehler gewesen“, ist sich Pschierer sicher.

Wermutstropfen für Mindelheim

„Des einen Freud, des anderen Leid. Leider sieht das Konzept der Ministerin die Schließung der Abteilung Landwirtschaft an der Landwirtschaftsschule Mindelheim ab 2022 vor. Dies ist für Mindelheim sicherlich bedauerlich.  Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass es schlicht zu wenig Schüler gibt und die klassische Landwirtschaftsschule in den vergangenen Jahren immer weniger nachgefragt wurde. In diesem Zusammenhang hat der Bayerische Oberste Rechnungshof bereits in der Vergangenheit die zu geringe Auslastung der Landwirtschaftsschulen mehrfach angemahnt. Die Staatsregierung hat deshalb nun die Konsequenzen aus diesem massiven Schülerrückgang gezogen, weshalb vorgesehen ist, dass neben Mindelheim noch weitere sechs Landwirtschaftsschulen in Bayern schließen müssen“, erklärt Pschierer.

„Die Anforderungen an die Landwirtschaftsverwaltung haben sich in den letzten Jahren wesentlich geändert. Zukunftsthemen wie Klimawandel, Tierwohl, Ressourcenschutz, Biodiversität und Digitalisierung rücken verstärkt in den Fokus. Ich begrüße es, dass die Verwaltung mit der Reform fit für die Zukunft gemacht werden soll. Ziel muss es sein, die Bedürfnisse der Landwirte noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen, indem Personalressourcen für die Kerndienstleistungen Beratung, Bildung und Information effektiver eingesetzt werden. Wichtig ist mir auch, dass die Landwirtschaftsverwaltung trotz der Neuaufstellung weiterhin in der Fläche präsent bleibt. Damit gibt die Staatsregierung ein deutliches Signal, dass die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft gehört“, so Pschierer.
Kommentar schreiben